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Klasse 10 der Regionalen Schule Hahnstätten besuchte die Gedenkstätte im ehemaligen KZ Osthofen

 

Für die Schülerinnen und Schüler des 10. Schuljahres der Regionalen Schule Hahnstätten stand in den letzten Unterrichtswochen die Beschäftigung mit den verschiedensten Aspekten der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus im Mittelpunkt des Unterrichts in den Fächern Deutsch, Gesellschaftslehre und Ethik. So setzten sie sich im Deutschunterricht mit dem weltberühmten Roman „Das siebte Kreuz“ von der in Mainz geborenen deutschen Jüdin Anna Seghers auseinander. Auslöser für Anna Seghers Roman waren vermutlich die Zeitungs- und Zeitzeugenberichte über die gelungene Flucht von Häftlingen aus dem KZ Osthofen sowie anderer Lager. Anna Seghers setzte mit diesem Roman dem Konzentrationslager Osthofen ein literarisches Denkmal.

Vor Ort nun wollten die Schülerinnen und Schüler sich über das in Rheinhessen gelegene KZ Osthofen informieren und besuchten mit ihren beiden Lehrerinnen Claudia Repp und Jutta Gerhardt die seit 1995 eingerichtete Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers. Dort konnten die Schüler erfahren, dass von März 1933 bis Juli 1934 politische Gegner der NSDAP aus den Reihen der KPD, SPD und der Gewerkschaften, sowie Angehörige des katholischen Zentrums, Juden, Sinti, Separatisten und andere missliebige Personen ohne richterliche Verfügung in der Regel für vier bis sechs Wochen inhaftiert wurden. Man wollte somit die politischen Gegner des Systems und die politische Opposition ausschalten oder sie zumindest auf Dauer einschüchtern.

Nachdem die Schüler zuerst in einem Informationsgespräch viele Details aus der Geschichte des Konzentrationslagers erfragen konnten, verbrachten sie anschließend sehr viel Zeit in der Dauerausstellung, die nicht nur über den Lageralltag, die Häftlinge und die Mitglieder der Wachmannschaften des KZ Osthofen Auskunft gab, sondern den Blick auch auf die NS-Geschichte im gesamten Bereich des Landes Rheinland-Pfalz lenkte.

In einem Abschlussgespräch brachten die Schülerinnen und Schüler immer wieder ihre Betroffenheit darüber zum Ausdruck, wie unmenschlich und brutal das NS-Regime schon zu Beginn ihrer Diktatur gegen Andersdenkende vorging und versuchte, ihren Willen zu brechen.