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Landpomeranzen in der Großstadt

 

Weil in unserer Klasse 8d ein "Wachtmeisterkind" ist, hatten wir am 7. Juli 2006 das Riesenglück, dass wir im Amtsgericht Frankfurt am Main eine Führung der besonderen Art machen konnten. "Wachtmeisterkind" Lisa Rauner hatte eigenständig alles für uns organisiert. Wir mussten nur noch anreisen.

Spannend genug! "Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich bin nämlich noch nie Zug gefahren", so Landpomeranze Valerie.

 

Schon die Frage auf welchem Gleis der Zug in Limburg abfährt, erfordert detektivische Recherchearbeit und führt zu unterschiedlichen Ergebnissen. Nun hat man ja in Limburg noch nicht so die Auswahl, was die Gleise angeht. Interessant wird es am Hauptbahnhof in Frankfurt. Gleise, Gleise Gleise, S-Bahnen, U-Bahnen, Aufzüge und Rolltreppen rauf und runter. Hilfe! Wie kommen wir an die Konstablerwache? Erst mal unter die Erde abtauchen, Richtung anpeilen, Gleis auswählen, einsteigen. "Frau Bender, wann kommen wir an? Frau Bender, wie viele Stationen? Frau Bender, wann steigen wir aus? Frau Bender, warum heißt das S-Bahn, obwohl es unter der Erde fährt?" 21 Schüler - 248 Fragen! Uff.

Ankommen, aussteigen, durchzählen, auftauchen. Alle da, keiner grün im Gesicht, auch Adrian nicht. Es kann losgehen. Lisa führt uns zum Amtsgericht.

 

 

Wir werden dort von einem überaus freundlichen Herrn Krämer begrüßt und durch die Sicherheitskontrollen geschleust. Wie gut, dass wir ein "Wachtmeisterkind" dabei haben, so wird uns die Durchleuchtung erspart. Hat nicht Referendarin Tina Katzer zwei Messer in der Tasche?

Als erstes dürfen wir in einem großen Gerichtssaal Platz nehmen, in dem in den 90iger Jahren RAF-Terroristenprozesse stattfanden und ab 2002 die Al-Kaida-Prozesse verhandelt wurden. Entsprechend beeindruckend sind die Sicherheitsvorkehrungen.

Wer landet auf der Anklagebank? Natürlich Frau Bender!

Herr Krämer erklärt uns dann, dass Besucher, die in die Gerichtssäle eingelassen werden, grundsätzlich auf Waffen und ähnliche Gegenstände untersucht werden. Er liest uns vor, wie viele Waffen, Messer, Schlagstöcke und Gassprays im Jahr 2005 auf diese Weise sichergestellt wurden. Es waren mehrere tausend.

Alexander wird gefilzt

Dank "Wachtmeisterkind" Lisa dürfen wir jetzt sogar ins Tagesgefängnis. Hiervon dürfen wir aus Sicherheitsgründen keine Fotos veröffentlichen. Unsere ganze Klasse wird in eine Zelle gesperrt und das bekommt einigen gar nicht gut. Die Zellen, vier Wände, Toilette, Stuhl und Tisch, sind über und über mit Parolen bemalt: das Informationssystem im Knast.

Jetzt wird es erst richtig spannend. Herr Krämer führt uns in die Asservatenkammer. Dort werden Gegenstände aufbewahrt, die Rechtsbrechern abgenommen wurden. Waffen und Rauschgift bekommen wir natürlich nicht zu Gesicht, dafür allerhand Interessantes, das zum Beispiel über den Flughafen eingeschmuggelt werden sollte.

Außerordentlich beeindruckend: ein ausgestopfter Tigerschädel, ein Elefantenstoßzahn und ein Pelzmantel

  
Am Ende der Führung dürfen wir noch einen ganz besonderen Gerichtssaal erkunden. Hier wurde jahrelang eine bekannte Fernsehkrimiserie gedreht:

Ein Fall für zwei!

 

 

 

 

Wir erlebten selten eine so interessante und kurzweilige Schulveranstaltung. Alle Schülerinnen und Schüler benahmen sich mustergültig und waren von der ersten bis zur letzten Minute aufmerksam.

Kommentar von Natascha: "Mal ohne Scheiß jetzt: es war echt interessant und der Herr Krämer ist voll nett!"

Danke Herr Krämer und danke "Wachtmeisterkind" Lisa!

 

 

Schließlich kamen wir auch wieder alle zum Treffpunkt (mit Tüten und Taschen versteht sich), alle in die richtige S-Bahn, alle zum Hauptbahnhof, und alle in den richtigen Zug nach Limburg. Einer der wenigen, die letztendlich wirklich herausfanden, auf welche Gleisen wir uns zu begeben hatten war Weyss Hamawar! Sollte er etwa keine echte Landpomeranze sein?

 

 

 

 

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