Gib AIDS keine Chance!HIV-Aufklärung in Klasse 10
|
| Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen stieg in Deutschland zwischen 2001 und 2006 von 2641 auf 3 657. Im Jahr 2007 gibt es allein in Deutschland 3 000 geschätzte Neuninfektionen, weltweit sind es 2,5 Millionen. Dennoch ist Aids längst kein Titelthema mehr und Jugendliche wissen zwar, dass es AIDS in Afrika gibt, glauben aber, dass das HI-Virus im aufgeklärten Europa nur für Randgruppen eine Rolle spielt. Um so wichtiger ist es, Heranwachsende an ein verantwortungsbewusstes Sexualverhalten heranzuführen und über die Risiken einer HIV-Infektion aufzuklären. Das Thema AIDS stand deshalb in Klasse 10 für einige Wochen im Mittelpunkt des Biologieunterrichts. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Aufgabe, 15 verschiedene Aspekte des Themas zu beleuchten. In Partnerarbeit gestalteten sie jeweils ein Lernplakat und informierten die Klassenkameraden mit einem kurzen Vortrag. (für Plakate Flash-Player 8 erforderlich!)Zum Abschluss der Lerneinheit hatte die Lehrerin, Karin Bender, zwei Berater der AIDS-Hilfe Koblenz eingeladen. Gerhard Wermter und Thomas Dresen sprachen zwei Stunden lang mit den Jugendlichen über Ansteckungsrisiken, Infektionswege und Präventionsmaßnahmen.
Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse hörten konzentriert zu und stellten interessierte Fragen.
Etwas unruhig wurde es in der Runde, als Thomas Dresen verschiedene Präventionsmethoden vorstellte. Selbst die Aufgeklärtesten hatten noch nichts von einem Dental Dam gehört und mussten sich mal eben schnell beim Sitznachbarn informieren, ob sie jetzt richtig gehört hätten.
Ganz still wurden die 28 Zehntklässer allerdings wieder, als Thomas Dresen ihnen mitteilte, dass er seit über 20 Jahren HIV-positiv ist. Er berichtete sehr offen über sein Leben mit dem Virus, über Medikamente und Nebenwirkungen. Die nun eher zaghaft gestellten, persönlichen Fragen zeugten von der großen Betroffenheit der Jugendlichen. Thomas Dresen machte den Zuhörern eindringlich klar, dass Enthaltsamkeit, absolute Treue oder der Gebrauch eines Kondoms die einzigen Möglichkeiten sind, sich vor einer HIV-Infektion zu schützen. Wiederholt wies er darauf hin, dass es für einen Infizierten keine Heilung gibt und dass die verfügbaren Medikamente lediglich das Virus im Körper unterdrücken und die Viruslast senken können.
|
|
|
|
Die Jugendlichen waren so gefesselt, dass die sonst übliche Unruhe gegen Ende der 6. Stunde aus blieb und der ein oder andere sicherlich den Bus verpasst hätte, wenn die Lehrerin die Gesprächsrunde nicht beendet hätte. Spontan bedankten sich die Schülerinnen und Schüler bei dem Sozialpädagogen der AIDS-Hilfe, Gerhard Wermter, und bei Thomas Dresen für seine Offenheit.
Herzlichen Dank an die AIDS-Hilfe Koblenz e.V.!
Homepage der Aidshilfe Koblenz http://www.koblenz.aidshilfe.de/ Homepage von Thomas Dresen http://www.dresen1a.de/index.htm 12.12.2007
|