Glück auf, der Steiger kommt in die Schule!

  
„Normalerweise finde ich Vorträge immer langweilig, aber heute konnte ich sehr gut zuhören!“, formulierte eine Schülerin der 6a nachdem sie fast zwei Schulstunden lang einen besonderen Unterricht erlebt hatte. Der gelernte Bergmann Herbert Herrmann war als Zeitzeuge in die Schule gekommen und trug mit einem anschaulichen Bericht über seine Arbeit im Barbarastollen der Grube Zollhaus dazu bei, dass das Unterrichtsthema Bodenschätze und Rohstoffe plötzlich gar nicht mehr so langweilig war. Der Besuch des ehemaligen Steigers faszinierte die Kinder und sie löcherten ihn mit Fragen.
  

Nicht schlecht staunten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a der Regionalen Schule Hahnstätten über manche Antwort: Herrmann erklärte den Schülerinnen und Schülern, dass er damals eine Sechstagewoche hatte und mit 12 Tagen Urlaub im Jahr zufrieden sein musste. Herbert Herrmann erlernte vor ca. 70 Jahren den Beruf des Bergmanns in Hahnstätten und die Schülerinnen und Schüler machten große Augen, als sie erfuhren, dass er noch nicht 14 Jahre alt war, als er seine Ausbildung begann.

 

  

Anschaulich erläuterte der Fachmann die Sprache der Bergleute. Die Sechstklässer wissen nun, dass mit Gezäh die Arbeitsmittel der Bergmänner bezeichnet werden, dass damals eine Karbidlampe als Geleucht diente und sie durften herzlich lachen über das so genannte „Arschleder“, das die Bergarbeiter benutzten, um den Hosenboden zu schonen. Was musste man anstellen, wenn man während einer Achtstundenschicht auf die Toilette musste, lautete eine etwas verschämt gestellte Frage und so beschrieb Herrmann verschmitzt das stille Örtchen unter Tage, in der Fachsprache Atzel genannt.

  

  
  

Die Kinder bekamen durch die fesselnden Erzählungen des Vierundachtzigjährigen eine Vorstellung von den Mühen und Gefahren, die mit der Gewinnung der Bodenschätze verbunden waren und können nun beurteilen, wie sich Arbeitswelten im Laufe der Zeit verändern. Sie können die damaligen Arbeitsbedingungen mit denen eines modernen Rohstoff verarbeitenden Industrieunternehmens vergleichen, die sie vor einigen Wochen beim Besuch der Firma Schaefer-Kalk ebenfalls kennen lernen konnten.

 

  
  

  

Klassensprecherin und Klassensprecher bedankten sich herzlich bei Herbert Herrmann für die spannenden Unterrichtsstunden.