Wer haut den Ritter um?

Handlungsorientierter Unterricht zum Thema Mittelalter

 

Aus Büchern kann man viel lernen und auch im Internet gibt es eine Menge Anschauungsmaterial zu allen geschichtlichen Themen. Nichts geht aber über handlungsorientierten Unterricht und erlebte Geschichte bei einem Ausflug zu einem "echten" Ritter. Ein Glück für uns, dass ganz in unserer Nähe Ritter von Stein das passende Programm für einen solchen Unterricht bereithält. So machen wir uns auf den Weg zum Kreuzrittertum in Kirberg um dem Ritter aus Leidenschaft zu begegnen.

 

Zunächst durften Freiwillige sich ritterlich einkleiden lassen.

So ein Kettenhemd wiegt ca. 15 kg und wird normalerweise über gepolstertem Unterzeug getragen. Es wurde früher von den Waffenschmieden in vielen, vielen Arbeitsstunden handgefertigt. Es besteht aus ca. 25.000 einzelnen Ringen. Diese Handarbeit würde in der heutigen Zeit ca. 40.000 € kosten.

 

Die Gugel, eine mittelalterliche Kapuze mit spitz auslaufendem Zipfel, wurde eher von Männern getragen, aber Johanna stellt sich als Model zur Verfügung.

 

 

Authentische Waffenkunde interessiert nicht nur die Jungs:

 

Johanna ist überrascht über den Namen der Axt. Man nennt diese Wurfaxt: Franziska!

"Wer den Morgenstern sieht, sieht nie wieder einen Abendstern". Das wollen wir jetzt nicht ausprobieren!

 

 

Pascal beim Schwertkampftraining - zur Sicherheit erst einmal mit einem Kampfstock!

 

Lang ist die Liste der Folter- und Bestrafungsmethoden des Mittelalters. Gefoltert wurde, um Verdächtigen ein Geständnis zu entlocken, während Bestrafungen dazu dienten, dem Geständigen seine "gerechte" Bestrafung zuzufügen. Die hier gezeigte Hals- oder Schandgeige diente der Demütigung. Meist bekamen sie Frauen umgelegt. Das Opfer wurde am Dorfplatz angebunden und konnte von der Bevölkerung oder auch vom Henker nach Belieben gequält werden.

 

Der Pranger war eine sogenannte Ehrenstrafe, bei der Verurteilte zur Belustigung auf einem öffentlichen Platz ausgestellt wurde.

 

 

Bei der nächsten Übung zeigte sich deutlich, wer von Tuten und Blasen keine Ahnung hatte, denn es war gar nicht so leicht, dem Horn einen Ton zu entlocken:

 

 

 

"Wer haut den Ritter um?": Der absolute Höhepunkt in der Ausbildung unserer jungen Knappen! Es galt, mit einem Strohsack den Gegner vom Balken zu schlagen. Einzige Bedingung: die Füße durften nicht den Boden berühren.

 

Auch Pfeil und Bogen waren typische Waffen des Mittelalters und wir kommen uns ein bisschen vor, wie Robin Hood, als wir uns von Ritter von Stein in die hohe Kunst des Bogenschießens einweihen lassen.

 

 

 

Ein typisch mittelalterliches Spiel beschließt den erlebnisreichen Vormittag. Knappen und Burgfräuleins messen sich beim Hufeisen-Weitwurf.

 

 

 

Herzlichen Dank an Ritter von Stein aus Kirberg für den abwechslungsreichen Unterricht!

 
Artikel in der Rheinzeitung vom 24.10.2009
 
zur Website von Ritter von Stein
 
 
15. Oktober 2009